Ein besonderer Höhepunkt war der erstmals auf dem Markt erschienene museale Nachlass Karl Simrocks (1802–1876), des „Vaters der Rheinromantik“. Die aus dem Familienbesitz stammenden Objekte, die in den vergangenen 25 Jahren die Ausstellung des Bonner Stadtmuseums geprägt hatten, stießen auf großes Interesse. Mit besonderer Freude konnten wir verzeichnen, dass die gesamte Sammlung von einer Initiative engagierter Bonner Bürger ersteigert wurde, die sie dem Bonner Stadtmuseum schenken wird. Damit bleibt dieser bedeutende Bestand geschlossen und der Öffentlichkeit in seiner Gesamtheit erhalten – ein bemerkenswerter Erfolg für die Stadt Bonn und ihre kulturelle Identität.
Auch das Segment Armband- und Taschenuhren überzeugte mit einer Verkaufsquote von über 80 Prozent. Zahlreiche Lose erzielten Ergebnisse deutlich über den Ausrufen – ein klares Zeichen für die hohe Nachfrage nach feiner Uhrmacherkunst und das Vertrauen internationaler Sammler in das Auktionshaus Plückbaum. Mit begehrten Referenzen von Audemars Piguet, Cartier, Franck Muller, Jaeger-LeCoultre, Rolex sowie den deutschen Manufakturen A. Lange & Söhne und Glashütte Original konnte das Haus seine Reputation als kompetenter und verlässlicher Vermittler hochwertiger Zeitmesser weiter festigen.
Erfreulich stark zeigte sich zudem die Möbelkategorie. Besonders hervorzuheben sind zwei skulpturale Beistelltische „Epines“ des französischen Designers Hervé van der Straeten (geb. 1965), Paris, um 2004, die jeweils mit einem Startpreis von 2.000 Euro angesetzt waren und schließlich für 7.000 Euro sowie 9.500 Euro verkauft wurden. Ebenfalls bemerkenswert war ein seltener Jugendstil-Sekretär von Louis Majorelle (1859–1926), Nancy, um 1905, auf der Klappe signiert, der von 1.800 Euro auf 4.500 Euro (Verkaufspreis) stieg. Insgesamt erfreuten sich die Jugendstil-Möbel großer Beliebtheit und erzielten teils Übersteigerungen um das Dreifache – ein klares Indiz für die anhaltende Wertschätzung dieser Epoche am Markt.
Neben den großen Kategorien sorgten auch außergewöhnliche Sammlerobjekte für Begeisterung. Besonders hervorzuheben sind zweiflammige Kerzenleuchter, wohl Frankreich, 19./20. Jahrhundert, aus Bronze, vergoldetem Metall und unter Verwendung einer Porzellanfigur „Scaramuz“, womöglich Meissen. Diese waren mit 300 Euro angesetzt und erzielten schließlich einen Kaufpreis von 2.500 Euro – ein eindrucksvolles Beispiel für die Sammlerleidenschaft bei seltenen und ungewöhnlichen Objekten.
Auch die Bildende Kunst zeigte über alle Epochen hinweg starke Resultate. Werke Alter Meister erzielten teils bemerkenswerte Steigerungen: So kletterte der „Heilige Antonius, von Dämonen geplagt“ (Umkreis/Nachfolge David Teniers d. J.) von 800 Euro auf 6.300 Euro (Kaufpreis), während Abraham Janssens d. Ä. zugeschriebene „Allegorien der Fünf Sinne“ von 2.000 Euro auf 10.700 Euro (Kaufpreis) stiegen. Eine flämische „Winterlandschaft mit Raubüberfall“ aus dem 17. Jahrhundert verzeichnete einen Kaufpreis von 9.500 Euro bei einem Startpreis von 500 Euro.
In der Klassischen Moderne fand Marc Chagalls Farblithografie „Nice soleil fleurs“ ebenfalls regen Zuspruch und stieg von 1.200 Euro auf 4.700 Euro.
Die Auktion unterstrich damit einmal mehr die Stärke des Auktionshauses Plückbaum in unterschiedlichen Sammelgebieten – von musealer Provenienz über Haute Horlogerie und Designmöbel bis hin zu Alten Meistern und Moderne – und seinen Ruf als verlässlicher Partner auf dem nationalen wie internationalen Kunstmarkt.
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