Mit einem außergewöhnlichen Zuschlag von € 20.000 avancierte eine russische Ikone „Christus Pantokrator“ mit Silber-Oklad (Zentralrussland, Ende 19. Jh.) zum Spitzenlos der Auktion. Das fein emaillierte Werk mit Kokoshnik-Stempel und Meistermarke CЖ erzielte damit mehr als das Siebenfache des Ausrufpreises.
Großes Sammlerinteresse galt auch der süddeutschen Malerei: Das impressionistische Großformat „Chinesischer Turm im Englischen Garten“ von Otto Pippel (1878–1960) wurde nach lebhafter Bietergefecht auf € 15.000 gesteigert. Ebenso stark präsentierte sich Franciszek Streitt (1839–1890) mit seinem seltenen, erzählerischen Gemälde „Der Weihnachtsabend“, das bei € 13.000 zugeschlagen wurde – ein Werk, das bereits 1898 in Berlin bei Lepke versteigert und seither in rheinischem Privatbesitz war.
Internationale Impressionisten fanden ebenfalls Beachtung: Ein an Karl Albert Buehr (Chicago / Giverny) zugeschriebenes Leinwandbild erzielte € 10.000 ausgehend von € 1.200.
Unter den Möbeln überzeugten drei fein geschnitzte Fauteuils von Louis Delanois (Paris um 1770) mit einem Ergebnis von € 9.300, das ihre Bedeutung als frühklassizistische Entwürfe unterstrich.
Auch das 20. Jahrhundert war stark vertreten: Eine farbintensive Lithografie nach Marc Chagall „Aleko“ wurde für € 9.000 verkauft.
Der großformatige Perserteppich Bachtiar erzielte € 8.000, während eine chinesische Holzfigur des „Sitzenden Louhan“ mit € 5.500 über den Erwartungen lag.
Ein Publikumsliebling war zudem die Gouache „Ausbruch des Vesuvs 1794“ (Camillo de Vito zugeschrieben), die bei € 5.000 den Besitzer wechselte – ein schönes Beispiel für die anhaltende Faszination neapolitanischer Vedutenmalerei.
Bei den Alten Meistern überzeugten sowohl Ludwig Philipp Strack (Zuschlag € 4.500) als auch der Italienische Maler des 17. Jahrhunderts mit einer feinen „Heiligen Familie“ (€ 4.200).
Die Zuschreibungen an Johann Andreas Wolff und Willem van der Herp d. Ä. fanden ebenfalls dankbare Sammler, während das fein gemalte „Kücheninterieur mit Magd“ (van den Bosch / van Boeckel zugeschrieben) auf € 3.600 stieg.
Die Auktion zeigte erneut, dass Qualität, Authentizität und Provenienz entscheidend sind.
Besonders Arbeiten mit kunsthistorischer Bedeutung und internationalem Kontext erzielten deutliche Zuschläge über den Erwartungen.
Mit einem starken Bieterinteresse aus Deutschland, Österreich, Polen, Frankreich und den USA konnte das Haus seine Stellung als kompetente Adresse für europäische und internationale Kunst erfolgreich unterstreichen.
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